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<title>Seilklettern</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Seilklettern</span></h1>
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<p>Unter <b>Seilklettern</b> oder auch <b>Tauklettern</b>, <b>Tauhangeln</b> versteht man das <a href="Klettern" title="Klettern">Klettern</a> an einem <a href="Seil" title="Seil">Seil</a>. Tauhangeln war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein olympischer Wettbewerb; im Jahre <a href="Olympische_Sommerspiele_1896/Turnen" title="Olympische Sommerspiele 1896/Turnen">1896</a> gewann <a href="Nikolaos_Andriakopoulos" title="Nikolaos Andriakopoulos">Nikolaos Andriakopoulos</a> den Wettbewerb. Der letzte Wettkampf im Tauhangeln fand bei den <a href="Olympische_Sommerspiele_1932/Turnen" title="Olympische Sommerspiele 1932/Turnen">Olympischen Spielen 1932</a> in Los Angeles statt; es gewann <a href="Raymond_Bass" title="Raymond Bass">Raymond Henry „Benny“ Bass</a>. Heute hat das Seilklettern als <a href="Sport" title="Sport">Sport</a> keine wesentliche Bedeutung mehr. Beim <a href="Seesport" title="Seesport">Seesportmehrkampf</a> gehört das <i>Tauklettern</i> zu den Landdisziplinen, wird aber heutzutage nur noch selten bei Wettkämpfen ausgeschrieben. Auch einige <a href="Extremhindernislauf" title="Extremhindernislauf">Extremhindernisläufe</a> haben Seilklettern als Hindernisstation auf der Strecke.
</p><p>Außerhalb des Sports hat das Seilklettern als professionelle Klettertechnik, etwa im Bereich der <a href="Baumpflege" title="Baumpflege">Baumpflege</a> oder des technischen Kletterns, den Weg in die Berufswelt gefunden. Das Klettern mit Seilhilfe erweist sich dabei in vielen Fällen als flexible, preiswerte und umweltschonende Alternative zum Einsatz von <a href="Ger%C3%BCst" title="Gerüst">Gerüsten</a> oder <a href="Hubarbeitsb%C3%BChne" title="Hubarbeitsbühne">Hubarbeitsbühne</a>. Zur Sicherung des Kletterers und zum Transport von Ausrüstung und Material wird hierbei üblicherweise die <a href="Doppelseiltechnik" class="mw-redirect" title="Doppelseiltechnik">Doppelseiltechnik</a> angewandt.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Das_Seil">Das Seil</h2></div>
<p>Ehemals wurden <a href="Seil" title="Seil">Seile</a> rein aus Hanf hergestellt, seit längerer Zeit weisen "Hanfseile" jedoch einen gewissen Anteil von <a href="Flachs" class="mw-disambig" title="Flachs">Flachs</a> auf. Für – vertikale – Klettertaue werden 4 Litzen zu einem Gesamtseil von 35 mm Durchmesser geschlagen.
</p><p>Für kleine <a href="Hand" title="Hand">Kinderhände</a> sind dünnere Seile besser zu umgreifen.
</p><p>Typische Längen für Klettertaue in Turnsälen beginnen bei 4,90 m. Je nach Raumhöhe kann ihre Länge auch angepasst, also länger oder kürzer sein. Unten reichen Vertikaltaue bis auf einen Abstand von etwa 20 cm zum Boden. Die erste, typisch rote, Farbmarkierung liegt auf 170 cm Höhe über dem Fußboden. Weitere folgen in je 1 m Abstand. Bei Wettbewerben kann die mit einer Hand erreichte Höhe oder die Kletterzeit dorthin gewertet werden.
</p><p>Vertikaltaue werden bis heute traditionell am unteren Ende in eine etwa 12 cm lange Lederkappe eingenäht. Alternativ wird kostengünstiger ein Stück Schrumpfschlauch aus PVC übergezogen und durch Erhitzen festgeschrumpft, wobei sich das überstehen Schlauchende auf einen Bruchteil des ursprünglichen Durchmessers zusammenzieht und dadurch eine abgerundete Kappe mit mittiger Restöffnung bildet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Ausführungsarten"><span id="Ausf.C3.BChrungsarten"></span>Ausführungsarten</h3></div>
<p>1. Klettern am Vertikalseil
</p>
<ul><li>Klettertau, einfach, 35 mm Durchmesser (ehemals mit Knoten für eine darauf stehende Startposition)</li></ul>
<p>2. Klettern am Vertikalseil mit mehreren Knoten darin
</p>
<ul><li>Knotentau, etwa jeder Meter mit (Überhand-Knoten im Seil)</li></ul>
<p>3. Klettern mit Halten und Steigen auf horizontalen Quersprossen
</p>
<ul><li>Strickleiter mit eingeseilten Holzsprossen</li></ul>
<p>4. Klettern mit Halten und Steigen auf horizontalen Querseilen
</p>
<ul><li>Kletternetz vertikal</li>
<li>Kletternetz schräg, auch pyramidenförmig</li>
<li>Kletternetz, horizontal mit nach unten hängenden Durchstiegsschläuchen (Durchmesser etwa 50 cm)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="In_Turnhallen">In Turnhallen</h2></div>
<p>Turnhallen von Schulen in Österreich werden jedenfalls seit hundert Jahren standardmäßig mit Klettertauen ausgestattet.
</p><p>Zumindest seit einigen Jahren tragen sie keinen <a href="%C3%9Cberhandknoten" title="Überhandknoten">Überhandknoten</a> mehr nahe dem unteren Ende. Dieser Knoten konnte als Stand-Basis für den Start zum Klettern dienen und beschwerte das Seilende etwas. Wird der Knoten, ob mit oder ohne Absicht, geschleudert, bildet er beim Auftreffen ein gewisses Risiko für Körperverletzung.
</p><p>Eine Klettertauanlage besteht aus einem Stahlgerüst, das unter der Saaldecke, oft an einem quer zur Saallänge verlaufenden Deckenträger montiert ist. Das Gerüst trägt eine feste Laufbahn für Doppelrollen, durch einen unten liegenden Längsschlitz hängt von jedem Rollenpaar eine Lasche, daran jeweils ein Klettertau. Ein wandnaher Festpunkt und die Reihe der Laschen sind mit Kettenstücken verbunden. Wird mit einer per Handkurbel oder elektromotorisch angetriebenen Seilschleife die äußerste Lasche saalwärts gezogen, bilden typisch 3–8 Kletterseile eine Reihe mit ausreichend Sicherheitsabstand aus.
</p><p>Mit Stand 2024 sind Klettertaue für Turnsäle in Österreich mit <a href="%C3%96NORM" title="ÖNORM">ÖNORM</a> S 4621 normiert.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Olympische_Sommerspiele_1896/Turnen#Tauhangeln" title="Olympische Sommerspiele 1896/Turnen">Olympische Sommerspiele 1896/Turnen#Tauhangeln</a></li>
<li><a href="Olympische_Sommerspiele_1904/Turnen#Tauhangeln" title="Olympische Sommerspiele 1904/Turnen">Olympische Sommerspiele 1904/Turnen#Tauhangeln</a></li>
<li><a href="Olympische_Zwischenspiele_1906/Turnen#Tauhangeln" title="Olympische Zwischenspiele 1906/Turnen">Olympische Zwischenspiele 1906/Turnen#Tauhangeln</a></li>
<li><a href="Olympische_Sommerspiele_1924/Turnen#Tauhangeln" title="Olympische Sommerspiele 1924/Turnen">Olympische Sommerspiele 1924/Turnen#Tauhangeln</a></li>
<li><a href="Olympische_Sommerspiele_1932/Turnen#Tauhangeln" title="Olympische Sommerspiele 1932/Turnen">Olympische Sommerspiele 1932/Turnen#Tauhangeln</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.rssm.de/retrolympics/archiv/regelwerke/seilklettern_regelwerk.pdf">Regeln für moderne Retrolympics Wettkämpfe.</a> (PDF-Datei; 50 kB)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www128.pair.com/r3d4k7/Competitive_Rope_Climbing1.html">John Gill: The Rope Climb (englisch)</a> – Zur Geschichte des Seilkletterns.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www128.pair.com/r3d4k7/Competitive_Rope_Climbing5.html">Jiří Tlamsa: Competitive Rope Climbing in the Czech Republic (englisch)</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www128.pair.com/r3d4k7/Competitive_Rope_Climbing6.html">Rope Climbing in the Czech Republic Complete Results</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://platurn.at/turnger%C3%A4te/fest-eingebaut/klettertaue-strickleiter">Klettertaue/Strickleitern</a> platurn.at, Atmos-Platurn, Erste Österreichische Turn- und Sportgerätefabrik
J. Plaschkowitz Vertriebsgesellschaft m. b. H., <a href="M%C3%BCllendorf" title="Müllendorf">Müllendorf</a>, Burgenland, Copyright 2024, abgerufen am 11. April 2024.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2024-11-29" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Seilklettern&amp;oldid=250785903">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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